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In einem Raumanzug reitet Charles Farmer durch die Weiten Amerikas. In der gold glitzernden Landschaft seiner Ranch in Story / Texas ist er mit seiner Familie zu Hause. Doch es sind nicht die amerikanischen, sondern die unendlichen Weiten, die es ihm angetan haben. Seit seiner Kindheit sehnt er sich danach, die Schwerkraft zu überwinden und ins All zu fliegen. Seine Ausbildung zum Astronauten brach Farmer ab, nachdem sein Vater überraschend verstorben und er gezwungen war, auf die Ranch zurückzukehren. Seitdem träumt er einen Traum: vom unaufhaltsamen, aus eigener Kraft geleisteten Aufstieg in unendliche Höhen. Jeden Cent und jede freie Minute investiert Farmer in die Rakete Marke Eigenbau und arbeitet zielstrebig auf den Tag hin, an dem sich der Self-Made-Man in den Weltraum befördern kann. In der Zurückgezogenheit seiner Scheune wird seine Familie zur Kommandozentrale und bastelt am privaten Höhenflug. Das Kinderkarussell dient als Beschleunigungsmesser, der Hausarzt ersetzt den militärischen Gesundheitstechniker, die Kinder gehen nicht mehr zur Schule, sondern bekommen Pfannkuchen in Planetenform zum Frühstück und wachen über die Farmersche Bodenstation.

Und die Hoffnung auf die Reise in die Unendlichkeit scheint sich für den Abenteurer auch tatsächlich zu verwirklichen. Denn seine Frau Audie, die Töchter Sunshine und Stanley, Sohn Shepard und Schwiegervater Hal bewundern den exzentrischen Idealismus Farmers und bilden ein Träumerkollektiv, das sich die Verteidigung des väterlichen Lebensziels auf die familiären Fahnen geschrieben hat. Doch was einst uramerikanisches Lebensmotto war, wird nun durch die Sicherheitsvorschriften einer in höchster Alarmbereitschaft stehenden Nation unmöglich gemacht. FBI und CIA sehen in Charles Farmer eine Bedrohung der nationalen Sicherheit. Vor mehreren Kontrollausschüssen muss Farmer seine Vision verteidigen, seinen Traum einem gnadenlosen Sicherheitscheck unterziehen lassen. Farmer hat sich mit seinen fantastischen Höhenflügen jenseits staatlicher Kontrolle selbständig gemacht und 10.000 Liter Brennstoff gehören in Zeiten des allgegenwärtigen Terrorismus nun mal nicht in private Hände. Während eine Welle internationalen Medieninteresses über Farmer hereinbricht, die Journalisten vor seiner Ranch campieren und eine wuselige Psychologin über Kindheitstraumata spekuliert, steht Farmers Pilotprojekt unter scharfer Beobachtung durch zwei äußerst misstrauische Agenten. Das angeblich nicht zum Nachmachen geeignete, weil lebensgefährliche Spektakel ist ein gefundenes Fressen für die sensationshungrigen Medien und die kompromissunwilligen Behörden, die ihre Autorität in großer Gefahr sehen. Als Farmer schließlich sämtliche Finanz-Ressourcen ausgeschöpft hat und die Grundbedürfnisse der Familie nicht mehr zu decken sind, droht der idyllischen Selbstverwirklichung der Atem auszugehen. Die Grenze zwischen idealistischem Tatendrang und gefährlicher Obsession mit einer fixen Idee scheint überschritten. Der Bau der Rakete wird zum Projekt auf Leben und Tod – nicht nur aufgrund der Lebensgefährlichkeit der Mission, sondern auch, weil Farmers gesamte Existenz mittlerweile zutiefst mit dem unaufhörlichen Streben nach der Verwirklichung seines Traumes verwoben ist. Doch der Glaube an das Unmögliche ist schon längst keine Privatsache mehr. Farmers Kinder und Millionen Menschen an den Fernsehbildschirmen fiebern mit, als Charlie Farmer seine visionäre Unabhängigkeit mit letzter Konsequenz verfolgt.